Vortrag: Warum Finnland und Deutschland in ihrem Blick auf Moskau anders ticken
Ein profunder Kenner Russland und der Sowjetunion beschreibt in seinem Vortrag,
warum Finnland nach dem Ende des Kalten Krieges in der Sicherheitspolitik einen
anderen Kurs als Deutschland gewählt hat: Statt abzurüsten, wurde die Wehrpflicht
beibehalten, die Verteidigungsfähigkeit gezielt gestärkt und für einen wirksamen
Zivilschutz gesorgt. So war Finnland besser als andere Länder auf die
“Zeitenwende” nach dem Überfall Putins auf die Ukraine vorbereitet. Und der Beitritt
zur NATO nur ein letzter, logischer Schritt.
René Nyberg war Botschafter Finnlands in Moskau und Berlin und hat nach seinem
Ausscheiden aus dem diplomatischen Dienst mehrere Bücher veröffentlicht.
Sein Vortrag ist zugleich ein Rückblick auf die vielen Facetten der deutsch-finnischen
Geschichte, als beide Seiten oft gemeinsame und dann wieder getrennte Wege
gingen. Ein wesentlicher Unterschied ist seiner Ansicht nach, dass Finnland im
Winterkrieg 1939/1940 – der noch immer das kollektive Gedächtnis beherrscht –
einen gerechten Krieg geführt hat, weil es von Stalin angegriffen worden ist.
René Nyberg war Schüler der Deutschen Schule in Helsinki und hält seinen Vortrag
auf Deutsch.
(Anschließend: Gelegenheit zu einer ausführlichen Diskussion.)
